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Eines der schönsten Ereignisse im Jahr ‒ das Kirschblütenfest

Eines der schönsten Ereignisse im Jahr ‒ das Kirschblütenfest
Eines der schönsten Ereignisse im Jahr ‒ das Kirschblütenfest

Wer kann sich schon an den schönen rosafarbenen Kirschblüten sattsehen, genau niemand. Die zartrosafarbenen bis weißen Blüten an den knorrigen, geschwungenen Ästen und das satte Grün verkörpert nur eine Aussage, „Es ist schön zu leben“. Davon kann ich jedes Jahr einfach nicht genug bekommen, vor allem mit dem Wissen, dass das Spektakel nur eine kurze Lebenszeit hat.

Die Kirschblüten sind für mich der absolute Inbegriff für den Frühling und dieser erinnert mich immer an ein wunderschönes Mädchen. Besonders in Lichterfelde stehen viele Bäume, die Kirschblüten tragen. Dort findet alljährlich ein Kirschblütenfest, das sogenannte Hanami, statt. Wo früher noch die Berliner Mauer stand mit seinen Todesstreifen, blühen heute die lebensspendenden Kirschbäume, es sind satte 1.100 Stück. Ich werde es mir nicht entgehen lassen.

Was bedeutet eigentlich Hanami?

Hanami bedeutet japanisch 花見, „Blüten betrachten“. Es ist eine japanische Tradition, welche im Frühjahr jedes Jahr gefeiert wird. Zu dem Fest wird die Schönheit der Kirschblüte gewürdigt.

Die japanische Kirschblüte wird sakura genannt, der Name ist auch ein beliebter weiblicher Vorname in Japan. Die Kirschbäume blühen, je nach Gegend, von Ende März bis Anfang Mai. Die Blüte dauert in der Regel etwa 10 Tage. Die japanischen Kirschbäume tragen, im Gegensatz zu unseren Kirschbäumen, keine Früchte, welche essbar sind. Aber die japanischen Kirschbäume haben im Gegensatz dazu sehr viele Blüten.

Die Tradition geht in Japan wahrscheinlich auf die Zeit von 710 bis 794 zurück. Schriftlich belegt ist das Kirschblütenfest seit der Zeit von 794 bis 1185. Die eigentliche Bedeutung des Festes liegt darin, dem Menschen die Schönheit und die Vergänglichkeit deutlich zu machen, ähnlich unserem Memento mori, lateinisch für „Gedenke zu sterben“. Die Symbolik wurde auch von den Samurai aufgegriffen und feierte einen ehrenhaften und würdigen jungen Tod.

Das Fest in Japan

In den lokalen japanischen Gegenden feiern die Bewohner jedes Jahr ihr Hanami, während die japanischen Kirschbäume in ihrer Blüte stehen. Das Fest wird in einem Park mit der eigenen Familie oder mit Freunden zelebriert. Es gibt dazu ein O-Bentō (= eine Art japanische Lunch-Box), reichlich Bier oder Sake. Die feiernde Gruppe sitzt dabei auf einer Unterlage, auf welcher man bequem auf dem Boden sitzen kann, ganz ähnlich zu unserem Picknick. Da Japan oft übervölkerte Gebiete hat, begeben sich einige Menschen bereits viele Stunde vor dem Start des Festes an einen Platz im Park, um diesen für sich zu beanspruchen.

In manchen Orten werden die Kirschbäume in den Parks extra für das Fest nachts angestrahlt. Der Höhepunkt des Festes ist ein riesiges Feuerwerk am Abend, welches etwa eine Stunde ununterbrochen andauert. Schon am Tag lassen sich Attraktionen erleben, ähnlich wie bei einer Kirmes. Es gibt Buden mit Spielen, Essen oder Geschenkartikeln. Die Menschen in Japan tragen an diesen Tag fast alle ein traditionelles Kimonogewand das sogenannte Yukata.

Das Hanami, also das Kirschblütenfest, wird schon länger auch in Deutschland gefeiert. In einigen deutschen Großstädten gibt es ein größeres Hanami, meist organisiert von den Deutsch-Japanischen-Gesellschaften (DJG). Das wohl größte Kirschblütenfest findet in Hamburg statt und das schon seit 1968. Jedes Jahr im Frühling kommen hier mehrere zehntausend Menschen zusammen.