Die neuen und ausgiebigen Wohnungsbaupläne in Berlin

Die neuen und ausgiebigen Wohnungsbaupläne in Berlin
Die neuen und ausgiebigen Wohnungsbaupläne in Berlin

Die Hauptstadt Berlin – der Wohnungsbau boomt

Die Hauptstadt Berlin ist nicht nur eine große Stadt, sondern auch eine großartige Metropole, die dementsprechend immer mehr Menschen anzieht. Allein durch diese Art der Zuwanderung ist die Bevölkerung in der Hauptstadt in den letzten Jahren um ungefähr 144.000 Einwohner gewachsen. Um ein Gefühl für diese Zahl zu bekommen, muss man sich nur einmal vorstellen, dass diese Menge an Menschen ungefähr der gesamten Einwohnerzahl einer Großstadt wie Regensburg entspricht. Dieser Gedanke macht schnell klar, dass selbst in einer Millionenstadt wie Berlin der Wohnungsmarkt schnell an seine Grenzen stößt.

Zusätzliche Gründe für den akuten Wohnungsbedarf

Der Bedarf an neuen Wohnungen besteht aber auch aufgrund anderer Szenarien. So ist schon seit langem bundesweit ein Trend zu erkennen, der in Richtung kleinerer Haushalte geht. Es gibt demnach immer mehr Menschen, die alleine oder nur zu zweit und nicht zu Mehreren wohnen, wodurch innerhalb der bestehenden Bevölkerung eine Umverteilung erfolgt, die mehr Wohnraum erfordert.

Nicht außer Acht zu lassen ist zudem die Situation rund um das Thema Flüchtlinge, die natürlich oder gerade in der Hauptstadt an der Tagesordnung steht. Für diesen Zustrom an Menschen muss langfristig gesehen ebenfalls eine stabile Wohnsituation außerhalb der zunächst bezogenen Gemeinschaftsunterkünfte erzielt werden.

Neue Wohnungen müssen also dringend her, um zum einen ausreichend Platz bieten zu können und um zum anderen zu verhindern, dass die Mietpreise der vorhandenen und begrenzten Wohnräume durch zu hohe, beziehungsweise zu schnelle Mietsteigerungen, zu teuer werden.

Bauboom im Jahr 2015 – dank vereinfachter Genehmigungen

Dass neue Wohnungen geschaffen werden müssen, bleibt niemandem verborgen und das führt dazu, dass im gesamten Stadtgebiet zu erkennen ist, dass diese dynamische Entwicklung nicht nur notwendig ist, sondern auch umgesetzt wird. So ist zum Beispiel in Neukölln der Wohnungsbau sehr stark im Gange. Der Norden des Stadtteils kann sich gerade über den Bau von 119 neuen Wohnungen freuen, die im Süden des Hermannplatzes entstehen. Schon im Herbst kann Neukölln dort mit ersten fertigen Objekten aufwarten. Gefördert wird der Wohnungsbau vor allem durch schnellere und unkompliziertere Genehmigungsverfahren, um dem neu zu schaffenden Wohnraum nicht zu viele bürokratische Steine in den Weg zu legen.

Das führte dazu, dass – auch wenn noch keine genauen Zahlen vorliegen – im Jahr 2015 mit ungefähr 15.000 neuen Wohnungen das Doppelte des Vorjahres erreicht wurde. Die meisten Objekte richten sich dabei an Mieter, während ungefähr ein Drittel der neuen Wohnungen als Eigentumswohnungen genutzt werden. Neben den zahlreichen, geplanten und umgesetzten Neubauten kommt es zudem immer mehr zur besseren Nutzung vorhandenen Materials. So werden viele bestehende und bisher noch schlummernde Potenziale, wie zum Beispiel noch nicht ausgebaute Dachgeschosse, zu neuem Wohnraum umfunktioniert.

Die Baubranche und somit die gesamte Wirtschaft kann sich bedanken. So kann alleine die Hauptstadt Berlin im Bereich der Baubranche für den Wohnungsbau im Jahr 2015 einen Anstieg des Umsatzes von 18,5 Prozent verzeichnen.

Der Senat setzt auf Masse und das quer durch die Stadt

Gleichzeitig sorgt der Senat mit eigenen Plänen für einen Boom in der Bauwirtschaft. So sind für insgesamt zwölf Quartiere, quer durch die Hauptstadt Berlin, Planungen im Gange, nach denen in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren neuer Wohnraum für bis zu 100.000 Menschen geschaffen werden soll. Dafür sollen insgesamt 45.000 bis 50.000 neue Wohnungen gebaut werden. Im Einzelnen handelt es sich bei diesen Planungen um die folgenden zwölf Gebiete:

  • Elisabeth-Aue
  • Blankenburger Pflasterweg
  • Michelangelostraße
  • Johannisthal/ Adlershof
  • Köpenick
  • Buch
  • Buckower Felder
  • Lichterfelde
  • Oberhavel
  • Gartenfeld
  • Schumacher Quartier
  • Europacity

Viele der Bauvorhaben bedürfen komplett neuer Stadtentwicklungen, die dazu führen sollen, dass sich Leute von den Gebieten angezogen fühlen und lebendige Kieze entstehen, in denen die Leute wohnen möchten. Das bedeutet insbesondere, ein in der Vergangenheit zu monotones Stadtbild zu verhindern und stattdessen ein attraktives Umfeld zu schaffen. Bäckereien und Geschäfte in den Erdgeschossen der Mehrfamilienhäuser sollen da genauso einen Beitrag zu leisten, wie eine optimale Infrastruktur und attraktive Verkehrsanbindungen.

Geplant sind dabei Größenordnungen der neuen Viertel mit zwischen 3.000 und 5.000 Wohnungen, wodurch die Möglichkeit entsteht, für diese neuen Wohngebiete eigene und somit optimal zu erreichende Schulen und Kindergärten zu errichten. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und die Erschließung ausreichend großer Grünanlagen sollen eine zusätzliche Anziehungskraft ausüben, damit der neue Wohnungsraum angenommen wird. Dazu soll eine optimale Bürgerbeteiligung führen, um die neuen Stadtbilder anhand der Bedürfnisse der Bevölkerung attraktiv und bedarfsgerecht gestalten zu können.

Landeseigene Wohnungsunternehmen werden in die Pflicht genommen

Interessant sind die Planungen des Senats – vor allem bezüglich der Finanzierungen – für die landeseigenen Wohnungsunternehmen, die nämlich überraschend sehr stark einbezogen und mit sehr viel mehr Aufgaben als gewohnt bedacht werden. So wird den beiden Wohnungsunternehmen Howoge und Gesobau zum Beispiel für das geplante Gebiet auf der Elisabeth-Aue auferlegt. Die Wohnungsunternehmen müssen sich nicht nur um den Bau kümmern, sondern die komplette Entwicklung zu übernehmen. Das bedeutet finanziell, dass auch die Erschließung mit Grundschulen, Kindergärten und Grünflächen komplett aus den Kassen der Wohnungsunternehmen bezahlt werden muss, weil es sich dabei nicht um Leistungen für die Gesamtstadt handelt. Die Wohnungsunternehmen sehen diesen Aufgaben positiv entgegen und freuen sich auf die Schaffung neuen Wohnraums quer durch die Hauptstadt.

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