Siemensstadt und Staaken – Spandau eine gute Alternative für eine neue Wohnung?

Siemensstadt und Staaken – Spandau eine gute Alternative für eine neue Wohnung?

Spandau gehört nicht zwingend zu den Bezirken in der Hauptstadt Berlin, die man in Berlin als attraktiv und Lieblingsziele derjenigen zählt, welche einen Standort für ein neues Zuhause suchen. Vor allem die Gebiete Siemensstadt und Staaken geraten dabei immer wieder in die Schlagzeilen und dennoch lohnt es sich, dort die Möglichkeiten und Pläne für neue Immobilien zu verfolgen.

Siemensstadt – die Entwicklung einer Arbeitersiedlung

Im Zuge der Niederlassung der Unternehmen Siemens und Halske sowie der Tochtergesellschaft Siemens-Schuckert entstand damals die als Siemensstadt bezeichnete Siedlung am Ostrand von Spandau. Noch heute ist die Gegend geprägt von den Industrieanlagen und den auf den Nonnenwiesen gegründeten Wohnsiedlungen, die ein hohes Maß an Grünflächen beinhalten. Außerdem zählt zur Siemensstadt die Insel Gartenfeld mit weiteren Anlagen der Firma Siemens. Ursprünglich handelte es sich also um eine Siedlung, die den Werksangehörigen ein Zuhause in unmittelbarer Nähe zu ihrem Arbeitsplatz bieten sollte.

Im Laufe der Zeit sorgten die allerdings sehr einfach gehaltenen Wohnanlagen, insbesondere in den Gebieten der zahlreichen Hochhäuser, für soziale Brennpunkte, die die Wohngegend in ein schlechtes Licht rückten. Gleichzeitig sorgten diverse Investitionen dafür, dass vor allem die aus den 30er Jahren stammenden und einen verwunschenen Eindruck hinterlassenden Mehrfamilienhäuser zu begehrten Immobilien wurden.

Attraktivität erlangte die Großsiedlung Siemensstadt dann zusätzlich durch die Ehrung, von der UNESCO im Jahr 2008 zum Weltkulturerbe ernannt zu werden. Heute ist die Lage attraktiv, weil man es nicht weit bis in die Innenstadt hat, die A100 als Stadtautobahn schnell erreichbar ist und der Tegeler Forst und die Jungfernheide als Ausflugsziele zur Erholung in der Natur problemlos mit dem Fahrrad angesteuert werden können.

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Der neu gestaltete Jugendweg für eine attraktivere Siemensstadt

Aktuell gibt es Planungen im Jugendweg der Siemensstadt, die nach langer Zeit einmal wieder ein Neubauprojekt im Kiez bedeuten. Dabei sind positive Äußerungen genauso vorhanden wie die skeptischen Meinungen der Bewohner des Viertels. Während die besorgten Anwohner vor allem Probleme aufgrund der zu wenigen Parkplätze befürchten, wenn die geplanten 116 Mietwohnungen fertig sind, macht sich die andere Seite durchaus Hoffnung auf eine große Aufwertung der Siedlung am Jugendweg.

Zwei Häuser mit 5 Etagen und später noch einmal weitere zwei Gebäude mit vier Etagen bieten eine große Auswahl von Wohnungen, deren Größe zwischen 52 und 115 Quadratmetern liegt. Aufzüge, Fußbodenheizung, komplette Einbauküchen und Barrierefreiheit in den insgesamt 28 Erdgeschosswohnungen versprechen zudem einen attraktiven Wohnraum für ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit. Auch die bisherigen Bewohner profitieren von dem Projekt, weil das derzeitige Einkaufszentrum durch den Einzug eines Discounters und dem Verbleib der Post aufgewertet wird.

Staaken – attraktive Ecken trotz negativem Ruf

Staaken ist ein weiterer Ortsteil des Bezirks Spandau und auch hier wird oft erst mit dem Kopf geschüttelt, wenn es um die Wohnqualität in dieser Gegend geht. So belegt das als Problemkiez bezeichnete Staaken in einem sogenannten Monitoring „Soziale Stadtentwicklung“ mit Abstand den letzten Platz. Vor allem in der Heerstraße Nord um den Pillnitzer Weg herum wird häufig davon gesprochen, dass Müll aus dem Fenster fliegt, nächtliche Saufgelage in Bergen von leeren Flaschen auf den Spielplätzen enden und Flure beschmiert oder sogar als Toilette missbraucht werden.

Entsprechende Beschwerden treffen meist auf taube Ohren, weil Eigentümer noch Hausmeister weder in der Nähe noch erreichbar sind. Allerdings versprechen die Immobilienunternehmen Besserung in Form von Modernisierungsmaßnahmen, wie einer energetischen Gebäudesanierung oder Maßnahmen wie der Beschäftigung von Sozialarbeitern für ein harmonischeres Miteinander. Bei all diesen im Vordergrund bekannten, negativen Eindrücken darf man seine Augen bei der Wohnungssuche aber nicht vor den durchaus attraktiven Ecken von Staaken verschließen.

Lohnenswerte Wohngebiete als Kontrastprogramm

So befindet sich gleich auf der anderen Straßenseite, der in Verruf geratenen Heerstraße, ein Areal mit zahlreichen Einfamilienhäusern. Die Grundstücke sind größtenteils eingewachsen und versprechen ein attraktives, ruhiges Wohnen zu bezahlbaren Preisen. Zu Fuß gelangt man von dort nach Brandenburg und in einer Viertelstunde zum Berliner Hauptbahnhof. Das deutet auf eine tolle Lage hin. Als Ausflugsziel in unmittelbarer Nähe bietet der Hahneberg aus einer Höhe von 90 Metern nicht nur einen Blick auf das Fort Hahneberg, sondern auch auf die gesamte Stadt, bei gutem Wetter bis zum Alexanderplatz.

Das alte Dorf im Süden und Norden besteht überwiegend aus ansprechenden Einfamilienhaussiedlungen. Es gehört, wie die Gartenstadt Staaken, zum historischen Teil von Staaken. Die Gartenstadt Staaken wurde zwischen 1914 und 1917 von dem Architekten Paul Schmitthenner entworfen und gehört heute der Wohnungsbaugenossenschaft Gartenstadt Staaken eG. Die Häuser stehen allesamt unter Denkmalschutz, was ebenso auf die Siedlung Neu-Jerusalem zutrifft. Der Albrechtshof im Westen von Staaken besticht durch einen ländlichen Charakter und attraktive Einfamilienhäuser.

Das Falkenhagener Feld gilt als sozialer Brennpunkt von Spandau, was vor allem auf die Sünden der Bauwirtschaft in den 60er und 70er Jahren zurückzuführen ist, als zahlreiche Hochhausviertel aus dem Boden gestampft wurden. Abgesehen von diesen Sündenfällen gibt es hier attraktive Ecken, was die netten Straßennamen Glühwürmchenweg, Ameisenweg oder Bienenweg vermuten lassen. Ältere und preisgünstige Einfamilienhäuser werden jetzt erst recht zu interessanten Objekten, weil der bisherige Flugzeuglärm verschwinden wird, sobald denn irgendwann einmal der neue Flughafen in Schönefeld eingeweiht werden sollte.

Alles in allem ist festzustellen, dass sowohl die Siemensstadt als auch der Ortsteil Staaken trotz bestehender Problemzonen attraktive Regionen besitzen, in denen es durchaus Sinn macht, nach attraktivem und gleichzeitig bezahlbarem Wohneigentum Ausschau zu halten.

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