Sozialer Wohnungsbau in Berlin geht voran ‒ NKZ am Kotti verkauft

Sozialer Wohnungsbau in Berlin geht voran ‒ NKZ am Kotti verkauft
Sozialer Wohnungsbau in Berlin geht voran ‒ NKZ am Kotti verkauft

In Berlin herrscht ein Mangel an Wohnungen und das nicht erst seit vergangener Woche. Ich weiß schon lange, dass ich so schnell nicht mehr umziehen werden. Will auch gar nicht. Aber ich weiß von vielen Freunden und Bekannten, welche Kopfschmerzen die Wohnungssuche in Berlin bereiten kann. Gerade preiswerte Wohnungen sind mega schwer zu finden. Und wenn neue Häuser gebaut werden, handelt es sich entweder um teure Eigentumswohnungen oder es gibt schon eine ellenlange Warteliste für die Wohnung. Da momentan und in Zukunft immer mehr Menschen nach Berlin kommen, wird sich die Lage wohl auch in den kommenden Jahren nicht so schnell entspannen, trotz Neubau. Umso wichtiger scheint es mir, also nicht nur mir, dass gerade die bestehenden Wohnungen erhalten und bezahlbar bleiben. Ein gutes Zeichen setzt jetzt der Verkauf des NKZ an die Gewobag. Die Wohnungsbaugesellschaft Gewobag bekommt das NKZ am Kottbusser Tor. Es wurde für eine Summe von 56.5 Millionen Euro verkauft. NKZ steht für Neues Kreuzberger Zentrum und das befindet sich direkt am Kottbusser Tor. Zum Ensemble gehören rund 295 Wohnungen und rund 90 Läden. Zum Glück kam der Meistbietende vom privaten Sektor nicht zum Zuge, er hatte die Frist verstrichen lassen.

Der Druck ist nun raus, vor allem sieht das so der Gesellschafterbeirat der NKZ nachdem bekannt worden war, dass die Gebäude in Sozialwohnungen verwandelt werden sollen. Vor dem Verkauf kam es zu Protesten unter den Mieteraktivisten, woraufhin der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg beschloss, das Vorkaufsrecht vom Bezirk auszuüben und somit den Verkauf an eine private Firma, im Notfall vor dem Gericht und in allen Instanzen, zu blockieren. Die vom Land eigene Wohnungsfirma Gewobag hatte insgesamt 56.5 Millionen Euro geboten. Zu der überraschenden Wende beim Bieterwettbewerb wollte sich am Ende niemand mehr äußern.

Und es geht positiv weiter

Der sehr hohe Kaufpreis dürfte eine rentable Bewirtschaftung der Objekte in Zukunft nicht einfach machen, zumal das öffentliche Wohnungsunternehmen auf einen größeren Teil der gesetzlich erlaubten Mieterhöhungen verzichten muss. Die Einwohner können sich allerdings freuen. Der Kauf des NKZ ist ein echtes Beispiel für eine sozialere Stadtpolitik.

Der Wohnblock in Kreuzberg wurde zur Erneuerung der Stadt in den 1960er Jahren gebaut. Damals rissen die Planer ganze Wohnblöcke der Gründerzeit ab, um dann auf den neu entstandenen Flächen Neubauten zu errichten. Die damals guten Renditen trieben diese absurde „Kahlschlagsanierung“ an. Für die Errichtung von damals neuen Quartieren, innerhalb der Vorstadt, mussten ganze Straßennetze und Schulen gebaut werden, welche die Gewinne der Baubehörden schmälerte und einen Bau in der Innenstadt so attraktiv machte.

Das NKZ ist in dieser Hinsicht auch ein Beispiel für eine absurde Förderpolitik im Wohnungsbau. Die Stadt zahlte damals Subventionen in rauen Mengen. Nach Ablauf der Förderperiode von bis zu 30 Jahren, wurden die teuer gebauten und geförderten Wohnungen den Bauträgern zur freien Verfügung gestellt, welche in diesen dann schrittweise die Mieten erhöhten. Unter anderen dadurch schrumpft der Bestand an Sozialwohnungen für Haushalte mit geringen Einkünften in Berlin seit Jahren.

Die Grünen wollen wieder zurück zum sozialen Wohnungsbau

Wenn es nach den Grünen geht, sollen Wohnungen nicht mehr nach Ablauf einer bestimmten Frist aus einer sozialen Bindung fallen. Der Senat hat ehrgeizige Pläne für den Bau von neuen und bezahlbaren Wohnungen. Allerdings ist und wird es ein schweres Unterfangen.

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