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Endlich Ehe für alle

Endlich Ehe für alle

Neulich wurde in meiner schönen Stadt, in Berlin, die erste Deutsche Schwulenhochzeit vollzogen. Bodo Mende und Karl Kreile heißen die beiden, welche sich nun als erste trauen ließen. Ihre Trauung fand im Rathaus Schöneberg in Berlin statt. Für die beiden war es jedoch ein weiter Weg bis zu ihrer Trauung. Sie sind seit rund 38 Jahren schon zusammen, dürfen jedoch erst jetzt heiraten.

Dass sie das erste schwule Paar sind, welches eine richtige Hochzeit feiern darf, ist kein Zufall. Sie haben während ihrer gesamten Beziehung dafür gekämpft. Sie haben die gesamte Entwicklung der Rechte für Schwule und Lesbische miterlebt.

Angefangen hat das alles im Jahr 1992, als es die sogenannte „Aktion Standesamt” gab. Hier haben rund 250 homosexuelle Paare (darunter auch Bodo Mende und Karl Kreile) eine Eheschließung beantragt. Der nächste Höhepunkt dieser Geschichte fand im Jahr 2001 statt. Hier wurde offiziell gestattet, dass Homosexuelle eine eingetragene Lebenspartnerschaft haben dürfen. Bodo Mende und Karl Kreile machten hiervon direkt Verwendung. Damals war das deutsche Gesetz, was das angeht, noch weit vor anderen Ländern. Das änderte sich jedoch danach.

Es fehlte noch weitere 16 Jahre lang der Status eines offiziellen Ehepaares. Dies wurde erst dieses Jahr erlaubt. Erst dieses Jahr wurden homosexuelle Paare heterosexuellen Paaren komplett gleichgestellt. Erst heute ist es rechtlich komplett egal, ob man schwul, lesbisch oder heterosexuell ist. Bei anderen Ländern wurde genau das schon früher erlaubt. Deutschland war also bis vor kurzem auf diesem Gebiet noch rückständig, obwohl wir anfangs noch zu den fortschrittlichsten gehörten.

Diese komplette Entwicklung haben Bodo Mende und Karl Kreile miterlebt und haben auch dazu beigetragen. Sie haben nie aufgegeben und beständig weiter für ihre Rechte gekämpft. Das alles zahlt sich jetzt letztlich aus. Sie bilden das Ende dieser Entwicklung, indem sie das erste schwule Ehepaar sind.

Wie sah die erste gleichgeschlechtliche Hochzeit aus?

Wie bereits zuvor erwähnt, fand sie im Rathaus Schöneberg statt. Die Medien verfolgten dieses Ereignis natürlich begierig. Man sagt, es waren mehr Kameras als Gäste bei der Hochzeit. Davon ließ sich das Paar jedoch nicht trüben. Voller Stolz, mit einem Ausdruck von Sieg und Erleichterung im Gesicht traten beide an den Altar. Das grundsätzliche Prinzip bzw. die grundsätzliche Struktur war hier genauso wie bei anderen Hochzeit auch – einschließlich eines Kusses. Danach wurde noch im engeren Kreis gefeiert.

Hierzu möchte ich noch etwas anmerken. Ich finde, dass es hierfür keine bessere Stadt als Berlin hätte geben können. Wenn es eine Stadt gibt, in welcher man seine eigene Persönlichkeit entfalten kann, dann ist das hier. Ich meine Recht zu haben, wenn ich sage, dass in keiner anderen Stadt Schwule und Lesben so offen leben konnten wie hier. Das liebe ich so sehr an dieser Stadt.