Category Archives: Buntes Berlin

Schule in Berlin digital ‒ Was früher war, ist heute anders

Schule in Berlin digital ‒ Was früher war, ist heute anders
Schule in Berlin digital ‒ Was früher war, ist heute anders

Ich habe einen Computer, mein Nachbar hat einen, selbst meine Oma besitzt seit kurzem einen Laptop. Ohne einen Computer und die entsprechenden Kenntnisse sind die meisten Sachen heutzutage überhaupt nicht denkbar. Das mag manch einer bedauern, aber so ist es halt. Daher beginnt der Einstieg in die Computerwelt heute schon in der Grundschule. Früher haben Grundschüler erst einmal nur die Rechtschreibung und das Rechnen gelernt. Aber heute sollen schon Achtjährige lernen, Computer zu programmieren. Dazu werden jetzt Berliner Schulen mit 2500 Mini-Computern ausgestattet, die dann ins Lehrprogramm der dritten Klassen in der Grundschule aufgenommen werden. Die Computer verfügen über speziell für die Schüler angefertigte Platinen, diese werden „Calliope Mini“ genannt. Den neun Jahre alten Kindern ist es schon jetzt gelungen, mit einer elektronischen Pianotastatur Lieder auf dem Minicomputer zu programmieren. Ebenso haben die Schüler Computer LED-Lampen mit der Platine so angesteuert, dass dort rötliche Buchstaben aufblinkten, die ein Wort ergaben und zwar „Herzlich Willkommen“.

Die eingesetzte Programmiersprache Nepo ist vor allem kindgerecht mit Symbolbildern. Damit können die Schüler Sensoren ansprechen womit der Mini-Computer ausgestattet ist, es lassen sich auch elektronische Basics leicht nachvollziehen, zum Beispiel wie der Stromkreislauf funktioniert. Dann kommen ab der vierten Klasse mathematische Variablen hinzu, später werden sogar die Funktionsweisen von Algorithmen erlernt. Später ist es geplant, dass die Oberstufen mit Calliope einen Roboter steuern sollen.

Die Zukunft stellt neue Anforderungen an die Arbeitswelt

Selbst für die heutige Arbeitswelt reicht eine alleinige Nutzung von Computern, Smartphones oder Tablets nicht mehr aus, es werden digitale Kompetenzen und Kreativitäten gefordert. Die Grundschüler von Morgen sollen daher lernen die Geräte komplett zu beherrschen.

Damit die Lehrer gut vorbereitet sind, erfolgt eine zweitägige Fortbildung. An 5 Orten in Deutschland werden Lernmaterialien und Workshops angeboten. Nach dieser Fortbildung bekommen Lehrer einen Satz von 25 „Calliope Minis“. Das ganze Projekt wird von der Industrie gefördert. Geldgeber hinter dem ganzen sind vor allem Großkonzerne wie Google, Microsoft und auch Telekom – auf den Geräten und der Software tauchen aber keine Firmenlogos auf. Initiator des Projekts ist das Fraunhofer-Institut.

Auch Mädchen sollen nicht zu kurz kommen

Das ninja-sternförmige Calliope mit seinen bunten LEDs, seinen Sensoren und seinen Schnittstellen ist von einem gemeinnützigen Unternehmen entwickelt, der Calliope GmbH. Die Firma betont, dass besonders Mädchen in der 3. Klasse leichter für Technik zu begeistern sind, viel leichter als später in der Pubertät. Schon ab der 5. Klasse ist es wesentlich schwieriger, die Mädchen zum ersten Mal mit der Arbeit an Computern zu begeistern. Das Projekt zeigte jetzt schon, dass diese Annahme zutrifft.

Erstmal ist das Projekt auf 50 Schulen u.a. in Berlin beschränkt, soll aber hoffentlich noch ausgeweitet werden. Die Lehrer werden hierfür umlernen müssen. Die Schülerinnen haben bereits einige Fehler beim „Calliope Mini“ entdeckt. Einer ist sogar etwas schwerwiegend, so lassen sich einmal erstellte Dateinamen, leider nicht mehr ändern – das sei auf jeden Fall nicht so gut, meinen die Grundschüler. Es ist schon mal ein Schritt nach vorne, die Technik und die Software müssen jetzt und in Zukunft verbessert werden.

Es lebe unser Karneval der Kultur

Es lebe unser Karneval der Kultur
Es lebe unser Karneval der Kultur

Nicht unterzukriegen, ist der Karneval der Kulturen – eines der schönsten Feste in unserer Hauptstadt. Es lockt nicht nur Einheimische, sondern ebenso Touristen aus den verschiedensten Regionen. Rund 1.2 Millionen Zuschauer hat der Karneval der Kulturen in Berlin jedes Jahr und zählt damit zu den größten Veranstaltungen, welche in der Hauptstadt stattfinden. Auch im diesem Jahr gab es im Vorfeld einige Diskussion um die Finanzierung des Festes in Berlin Kreuzberg – die Veranstaltung wird nun von der Berliner Sparkasse sowie der Senatsverwaltung und von den Berliner Wasserbetrieben finanziert. Retter in der Not war die Berliner Sparkasse, welche die Verantwortung für den Karneval der Kulturen übernommen hat. Erfreulich ist das für alle Berliner, auch für mich, selbst wenn ich in den letzten Jahren auf den Umzug verzichtet habe und am Freitag lieber in gemütlicher Runde das Straßenfest besucht habe. Über einen kompletten Ausfall wäre ich trotzdem mehr als enttäuscht gewesen.

Bunt, bunter, am buntesten

Nicht nur die Politiker begrüßen das Fest ganz besonders, es ist ein Aushängeschild für die Vielfalt der Kulturen. Es zeigt die Weltoffenheit der Berliner Hauptstadt. Vor allem jetzt, da in Berlin viele Menschen aus Krisengebieten neu angekommen sind und es nicht nur freundliche Stimmen gibt, ist der Karneval eine der Möglichkeiten ein Zeichen für Vielfalt, Miteinander und Zusammenhalt zu geben.

In diesem Jahr findet die Veranstaltung wie immer am Pfingstwochenende vom 2. bis 5. Juni 2017 statt, also von Freitag bis Montag. Nicht aller Tage ist Berlin so schön und bunt wie beim Karneval der Kulturen: Zahlreiche Gruppen aus unterschiedlichen Nationalitäten zeigen auf und vor fahrenden Wagen ihre Künste, bunt verkleidet, und dabei spielen Musik, Tanz, eine Performance sowie bildende Künste und Akrobatik eine große Rolle. Sie verzaubern Groß und Klein mit einem magischen Gefühl.

Die Route führt vom Hermannplatz über die Hasenheide sowie die Gneisenaustraße, die Yorckstraße bis hin zur Möckernstraße. Um 12:30 Uhr geht es los, der Umzug beginnt am „Her mir geht es gutmannplatz“. Doch, wie schon oben erwähnt, ist nicht nur ein Besuch vom Umzug selbst es Wert, auf das Straßenfest zu gehen. Der Blücherplatz lädt seine Besucher dazu ein, eine Vielfalt von Kulturen und leckerem Essen zu entdecken, gerade der Gaumen wird hier angesprochen, um sich zwischendurch zu stärken. Die Bühnen zeigen ein buntes Programm. Zudem nutzen Vereine und Unternehmen die Gelegenheit dazu, die Zuschauer an Informationsständen zu informieren. Insgesamt gibt es rund 350 Stände. Mir persönlich gefallen vor allem die improvisierten Musikeinlagen. Dazu muss man eigentlich nur auf der Wiese sitzen und abwarten.

Polnisches Filmfestival in Berlin: FilmPolska

Polnisches Filmfestival in Berlin: FilmPolska
Polnisches Filmfestival in Berlin: FilmPolska

Vor ein paar Wochen war ich im Babylon zum Festival FilmPolska, das allererste Mal, und dass obwohl die Veranstaltung schon einige Jahre stattfindet. Die bekannte Veranstaltung FilmPolska ist in Berlin das größte Festival im Ausland, welches polnische Filme zeigt. Auf dem Festival sind alljährlich in der Zeit vom April und Mai an verschiedenen Orten in Berlin neue und spannende, polnische Filmproduktionen vom vergangenen Jahr zu sehen. Schirmherr dieser Veranstaltung ist das Medienboard aus Berlin.

Die Veranstaltung richtet ihren Blick ausschließlich auf das Filmland Polen, und bereitet mit einigen Side-Events eine Plattform für den Austausch von kreativen, kulturell interessierten Menschen. Es soll vor allen eine Verbindung zwischen den Kinogängern und den Filmemachern geschaffen werden. Für Berliner sowie für die Gäste bietet das Festival einen besonderen und unvergesslichen Einblick in den zeitgenössischen polnischen Film.

Es werden verschiedene Werke gezeigt, die sonst nur selten im deutschen Raum zu sehen sind. Es ist also eine lohnenswerte Gelegenheit seinen Horizont zu erweitern.

Das Erlebnis möchte ich nicht missen

Meine ersten Eindrücke bei dem Festival FilmPolska, den ich bekam, waren längere Schlangen an der Bar, viele herzliche Umarmungen und ein mitreißendes, lautes Gelächter. In dem alten Kino Babylon, welches sich in der Rosa-Luxemburg-Straße befindet, lief eine Dokumentation mit dem Titel „You Have No Idea How Much I Love You” von dem Filmemacher Pawel Lozinski. Im Saal, welcher sehr voll war, eröffnete Jenni Zylka, eine Kulturkolumnistin als Moderatorin des Festivals und den Abend. Dieser stand unter dem Motto „Berlin sieht Polnisch“. Alle die in Polen im Filmgeschäft einen Rang und Namen haben, waren gefühlt dort vor Ort und so kamen auch zahlreiche Gäste, welche mit dem Applaudieren zunächst gar nicht mehr aufhören wollten. Die diesjährigen Mitglieder der Jury waren u. a. Marcin Malaszczak, ein Filmproduzent, und Bernd Buder. In einem fließenden deutschpolnischen Mix der Sprachen gelang es den Veranstaltern eine überaus angenehme Atmosphäre zu schaffen, welche uns Gästen deutlich machte, wie bedeutend polnische Filme auch für unsere deutsche Kultur sind, und besonders, wie wichtig eine Zusammenarbeit auch zukünftig für einen Kulturaustausch zwischen der deutschen und polnischen Kultur ist.

Die Neuerung von FilmPolska der WETTBEWERB

Zum aller ersten Mal wurde diesmal ein Wettbewerb abgehalten. Die gezeigten Beiträge vom Wettbewerb wurden durch die Leitung des Festivals nominiert. Für den Wettbewerb wurden Spielfilme, Animationsfilme, Dokumentarfilme und auch hybride Formen, welche eine Spieldauer von mindestens einer Stunde hatten, zugelassen. Ein inhaltlicher Schwerpunkt lag auf dem Nachwuchs der polnischen Regie, deswegen nahmen insbesondere die Regisseurinnen sowie Regisseure am Wettbewerb teil. Insgesamt wurden am Ende sieben aktuelle Filme prämiert. Dabei standen filmische Werke im Fokus, welche einen progressiven, frischen und kritischen Anspruch hatten und somit auch das Potential besitzen, das polnische Kino zukünftig zu prägen und mitzugestalten.

Nominierte Filme 2017

Spielorte für das Programm: Die Orte waren in der Stadt gut verteilt: Babylon, Filmclub FSK Kino am Oranienplatz, Club der polnischen Versager, Zeughauskino, Brotfabrik, Kino Arsenal, Polnisches Institut Berlin und einige andere, kleine Kinos.

Wann fand es statt? 03. bis 10. Mai 2017 – Die Termine für das kommende Jahr 2018 werden noch bekannt gegeben, informieren könnt Ihr Euch auf der Berlin-Seite oder direkt beim Kino Babylon.

Preise: Tickets kosten circa 5 Euro

Aktionstage „Berlin machen“ ‒ Blitz und Blank Aktion in Berlin

Aktionstage „Berlin machen“ ‒ Blitz und Blank Aktion in Berlin
Aktionstage „Berlin machen“ ‒ Blitz und Blank Aktion in Berlin

Es ist kaum zu glauben, aber wir Berliner kamen auch dieses Jahr wieder zusammen, um gemeinsam einen Mittelstreifen, an der Straße von der Urania im schönen Schöneberg von Unrat zu säubern. Die Leute stachen in die Erde und dabei pflanzten sie bunte Blumen. Auch einige Graffitis wurden von Profis kostenlos beseitigt, die Hinterlassenschaften von Sprayern, verschwanden somit von der Bildfläche.

Der tolle Grünstreifen der vorhin erwähnten Urania ist einer von vielen öffentlichen Orten, die von „Wir Berlin“ einem Berliner Verein, bei den Aktionstagen „Berlin machen“ mit der Hilfe von Hunderten von Helfern verschönert wird. „Denn mich selber hat es schon seit längeren geärgert, wenn ich an dieser Stelle vorbeifuhr, dass das dortige Kunstwerk leider so grässlich verschandelt wurde“, erklärt einer der Freiwilligen gegenüber Journalisten.

Ganze Gruppen von Einsatzbereiten ‒ eine ehrenwerte Berliner Tradition

Satte 240 Gruppen haben sich nach Angaben der Initiatoren an den Aktionstagen „Berlin machen“ beteiligt. So räumten die Mitarbeiter von den Neuköllner Behörden, unseren Volkspark Hasenheide auf. Ein neues „Facelifting“ erhielt auch der Olof-Palme-Platz, welcher sich an der Budapester Straße befindet.

Schon seit einigen Jahren engagieren sich viele Berliner, um die Parkanlagen, Plätze und die Hauptstadtkieze zu pflegen. Alle packen an und machen Unser Berlin zu einem Ort der Freude. Seit dem Jahr 2011 sind die nun berühmt gewordenen Aktionstage ein großer Erfolg. Es ist toll, wie Menschen zusammen etwas auf die Beine stellen, ich hoffe und will, dass das in Zukunft genauso fortgeführt wird. Der Aktionstag 2017 wurde auf den Wunsch von vielen Leuten auf das Frühjahr verlegt. Dabei wollen die Veranstalter den neuen Termin im Frühling dafür nutzen, die geniale europäische Kampagne, mit dem Namen „Let´s clean up Europe“ zu verbinden. Um einen gemeinsamen Beitrag dabei zu leisten, dass unsere Hauptstadt, noch liebenswerter und auch attraktiver wird, und in der sich die Besucher vor allem aber ihre Bewohner noch mehr wohlfühlen können.

Jeder wird gebraucht

Jeder sollte sich verpflichtet fühlen, etwas von seiner Zeit, seiner Heimat zu schenken ‒ es tut nicht weh, dem Boden auf dem wir jeden Tag laufen, einmal im Jahr etwas Gutes zu tun. Macht also auch mit! Bestimmt, und da bin ich mir sicher, findet Ihr vor Eurer eigenen Tür einen Ort, welcher verschönert werden könnte. Am besten sucht Ihr Eure Freunde, Nachbarn, Bekannte und Familie auf und verbringt zusammen gemeinsam einen Tag für eine noch schönere Stadt. Berlin braucht solche Ideen! Wenn Ihr mitmachen wollt, einfach anmelden und loslegen. Details zur Aktion findet Ihr auf der gemeinsamen Webseite vom Aktionstag „Berlin Machen“.

„Berlin machen“ ‒ unter diesem Motto können sich alle Berlinerinnen und Berliner an der stadtweiten Aktion nächstes Jahr wieder beteiligen. Mitmachen heißt Verantwortung übernehmen ‒ Verantwortung für ein gutes Zusammenleben in der Stadt und der eigenen Nachbarschaft, am Ende profitieren alle von dem Ganzen. Ich hoffe deswegen, dass der Aktionstag auch im kommenden Jahr wieder eine rege Beteiligung erfährt und viele Freiwillige dazustoßen. In unserer Straße haben wir dieses Jahr schon viel geschafft, gepflanzt, Müll beseitigt eine Sitzmöglichkeit geschaffen von der aus wir unser Ergebnis betrachten können, und gleichzeitig habe ich meine Nachbarn etwas besser kennengelernt.