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Weihnachtstraditionen aus aller aller Welt

Weihnachtstraditionen aus aller aller Welt
Weihnachtstraditionen aus aller aller Welt

„Oh du Fröhliche, oh du Seelige, Weihnachtszeit.”  Bei uns fängt die Weihnachtszeit mit dem Advent an! Hier schmückt man Weihnachtsbäume und Kränze, geht zusammen auf Weihnachtsmärkte, trinkt Glühwein, packt am 24. Dezember im Kreis der Familie die Geschenke aus und genießt am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag ein Festessen mit Gänsebraten, Rotkohl und Klößen.

Aber wie verbringen unsere Nachbarn das Fest der Feste?

Weinachten in Italien

Gefeiert wird hier gleich viermal. Den Anfang bildet der Tag des San Nicola (also unser Nikolaus), gefolgt vom 13. Dezember. An diesem Tag gibt es Geschenke von Santa Lucia. Sie ist die Botin des Lichts, welche den Kindern Süßigkeiten und kleinere Gaben bringt. Lucia gilt auch als die Heilige von den Armen und Kranken. Der Heiligabend ist der Kirchentag – das eigentliche Fest beginnt dann am 25. Dezember, mit dem Auspacken von Geschenken, eben ähnlich wie in den USA.

Weinachten in England

Auch britische Kinder bekommen ihre Geschenke, wie in den USA erst am Morgen des 25. Dezembers. Das Englische Weihnachten ist stark an das Deutsche angelehnt, weil die englische Königsfamilie, welche deutsche Wurzeln hat, das Fest von Deutschland nach England importiert hat. Als ein Glücksbringer wird ein Mistelzweig aufgehangen, darunter stehende Menschen müssen sich küssen. Auch dieser Brauch wurde in die USA exportiert. Ein besonderer Höhepunkt ist die alljährliche Ansprache der Queen.

Weinachten in Russland

Das Weihnachtsfest in Russland ist etwas anders als bei uns. Das liegt wohl daran, dass die Russen meist russisch-orthodox sind und nicht wie „wir“ katholisch oder evangelisch. Die russisch-orthodoxe Kirche richtete sich noch vor 90 Jahren nach dem julianischen Kalender, ein alter Kalender der Römer. Die katholischen Gebiete Europas wechselten ihren Kalender schon vor 1000 Jahren auf den gregorianischen Kalender. Daher wird Weinachten in Russland am 6. Januar gefeiert, welcher bei uns als der Tag der Drei Heiligen Könige bekannt ist. Auch in Russland wird ein Weihnachtsbaum aufgestellt.

Weinachten in Frankreich

Frankreich ist das Land des guten Essens. Deswegen wird hier an Weinachten das komplette Programm aufgefahren: ein riesiges All-You-Can-Eat Buffet mit den feinsten Happen. Nach dem Kirchgang dreht sich am 24. Dezember alles um das Weihnachtsessen, welches gerne auch mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann. In der französischen Region Provence ist es nach religiösen Brauch üblich 7 Mahlzeiten und 13 Desserts zu servieren.

Weinachten in Spanien

Das Fest beginnt in Spanien mit dem Sorteo extraordinario de Navidad, einer Weihnachtslotterie, welche seit dem Jahr 1812 existiert. Es ist die größte Lotterie auf der Welt.

Weinachten in Griechenland

Am 24. Dezember werden in den ländlichen Gebieten große Weihnachtsfeuer angezündet, für zwölf Nächte brennen sie dann. Das soll Kobolde fernhalten, diese sollen den Menschen sonst an Weihnachten viel Unheil bringen. Die Kinder ziehen mit Trommeln, Triangeln und Glocken durch die Straßen, dabei singen sie glücksbringende Lobgesänge. Die Kinder bekommen dafür dann einige kleinere Geschenke.

Weinachten in Finnland

Finnland ist die offizielle Heimat vom Weihnachtsmann. Wer will kann seinen Wunschzettel direkt zu ihm nach Hause schicken. Die Adresse lautet: Santas Main Post Office in FIN-96930 Napapiiri. Der Weihnachtsmann selbst wohnt am Korvatunturi, auf Deutsch „Ohrberg“. Der Weihnachtsmann lebt hier in einem Weihnachtsdorf mit seiner geliebten Weihnachtsfrau und er arbeitet das ganze Jahr mit seinen Wichteln, um den Kindern am Tag der Tage Geschenke mit seinen Rentieren zu bringen.

Weinachten in Australien

Ein Weihnachtsfest auf dem australischen Kontinent, welcher sich auf der südlichen Hemisphäre befindet, ist wohl ganz anders. Hier gibt es um die Jahreszeit keinen Schnee und es herrschen im Sommer 30 bis 35 Grad Celsius im Schatten. Hier tauscht der Weihnachtsmann seinen Schlitten gegen ein Surfbrett.

Mein Weihnachten

Neben all den Traditionen in den verschiedenen Ländern haben ich und meine Familie, wie wahrscheinlich viele andere, ihre ganz eigenen Rituale und Angewohnheiten. Zu meinen liebsten Dingen gehören das Singen und Musizieren am Heiligen Abend, zum Essen gegrillter Fisch und Rote Beete Salat, als Nachtisch Apfelkuchen mit Zimt und einem Klecks Sahne und anschließend wird die Weihnachtsgeschichte vorgelesen, abwechselnd, auch die Kleinsten dürfen es versuchen. Und wie verbringt Ihr Eure Tage?

Eines der schönsten Ereignisse im Jahr ‒ das Kirschblütenfest

Eines der schönsten Ereignisse im Jahr ‒ das Kirschblütenfest
Eines der schönsten Ereignisse im Jahr ‒ das Kirschblütenfest

Wer kann sich schon an den schönen rosafarbenen Kirschblüten sattsehen, genau niemand. Die zartrosafarbenen bis weißen Blüten an den knorrigen, geschwungenen Ästen und das satte Grün verkörpert nur eine Aussage, „Es ist schön zu leben“. Davon kann ich jedes Jahr einfach nicht genug bekommen, vor allem mit dem Wissen, dass das Spektakel nur eine kurze Lebenszeit hat.

Die Kirschblüten sind für mich der absolute Inbegriff für den Frühling und dieser erinnert mich immer an ein wunderschönes Mädchen. Besonders in Lichterfelde stehen viele Bäume, die Kirschblüten tragen. Dort findet alljährlich ein Kirschblütenfest, das sogenannte Hanami, statt. Wo früher noch die Berliner Mauer stand mit seinen Todesstreifen, blühen heute die lebensspendenden Kirschbäume, es sind satte 1.100 Stück. Ich werde es mir nicht entgehen lassen.

Was bedeutet eigentlich Hanami?

Hanami bedeutet japanisch 花見, „Blüten betrachten“. Es ist eine japanische Tradition, welche im Frühjahr jedes Jahr gefeiert wird. Zu dem Fest wird die Schönheit der Kirschblüte gewürdigt.

Die japanische Kirschblüte wird sakura genannt, der Name ist auch ein beliebter weiblicher Vorname in Japan. Die Kirschbäume blühen, je nach Gegend, von Ende März bis Anfang Mai. Die Blüte dauert in der Regel etwa 10 Tage. Die japanischen Kirschbäume tragen, im Gegensatz zu unseren Kirschbäumen, keine Früchte, welche essbar sind. Aber die japanischen Kirschbäume haben im Gegensatz dazu sehr viele Blüten.

Die Tradition geht in Japan wahrscheinlich auf die Zeit von 710 bis 794 zurück. Schriftlich belegt ist das Kirschblütenfest seit der Zeit von 794 bis 1185. Die eigentliche Bedeutung des Festes liegt darin, dem Menschen die Schönheit und die Vergänglichkeit deutlich zu machen, ähnlich unserem Memento mori, lateinisch für „Gedenke zu sterben“. Die Symbolik wurde auch von den Samurai aufgegriffen und feierte einen ehrenhaften und würdigen jungen Tod.

Das Fest in Japan

In den lokalen japanischen Gegenden feiern die Bewohner jedes Jahr ihr Hanami, während die japanischen Kirschbäume in ihrer Blüte stehen. Das Fest wird in einem Park mit der eigenen Familie oder mit Freunden zelebriert. Es gibt dazu ein O-Bentō (= eine Art japanische Lunch-Box), reichlich Bier oder Sake. Die feiernde Gruppe sitzt dabei auf einer Unterlage, auf welcher man bequem auf dem Boden sitzen kann, ganz ähnlich zu unserem Picknick. Da Japan oft übervölkerte Gebiete hat, begeben sich einige Menschen bereits viele Stunde vor dem Start des Festes an einen Platz im Park, um diesen für sich zu beanspruchen.

In manchen Orten werden die Kirschbäume in den Parks extra für das Fest nachts angestrahlt. Der Höhepunkt des Festes ist ein riesiges Feuerwerk am Abend, welches etwa eine Stunde ununterbrochen andauert. Schon am Tag lassen sich Attraktionen erleben, ähnlich wie bei einer Kirmes. Es gibt Buden mit Spielen, Essen oder Geschenkartikeln. Die Menschen in Japan tragen an diesen Tag fast alle ein traditionelles Kimonogewand das sogenannte Yukata.

Das Hanami, also das Kirschblütenfest, wird schon länger auch in Deutschland gefeiert. In einigen deutschen Großstädten gibt es ein größeres Hanami, meist organisiert von den Deutsch-Japanischen-Gesellschaften (DJG). Das wohl größte Kirschblütenfest findet in Hamburg statt und das schon seit 1968. Jedes Jahr im Frühling kommen hier mehrere zehntausend Menschen zusammen.