Was ist eine Belastungsvollmacht?

Was ist eine Belastungsvollmacht?

Immobilien zu kaufen ist nicht gerade einfach. Dazu braucht man sehr viel Zeit, aber auch Wissen in diesem Bereich. Als ich mir eine Immobilie in Berlin kaufen wollte, wusste ich überhaupt nicht, worauf ich mich da einlasse. Das erste, was mir gesagt wurde, ist, dass ich eine Belastungsvollmacht brauche. Ich wusste natürlich nicht, was das bedeutet, doch nachdem ich mich ein bisschen erkundigt habe, weiß ich ungefähr, was das bedeutet. Kurz gefasst, ist eine Belastungsvollmacht Klausel, die im Grundstückskaufvertrag enthalten sein sollte. Diese bevollmächtigt dann der Notar, um das gewünschte Grundstück mit einem Grundpfandrecht belasten zu können. Anfangs hatte ich natürlich keine Vorstellung darüber, was das sein sollte, aber in der Zwischenzeit sind mir einige Sachen klarer geworden.

Belastungsvollmacht und ihre Eigenschaften

Eine Belastungsvollmacht brauchen Sie nicht immer. Sie ist nur dann erforderlich, wenn Sie als Käufer eines bestimmten Grundstücks eine Fremdfinanzierung vornehmen wollen, die dann vor einer Eigentumsumschreibung unterschrieben wird. Das wird meistens vom Kreditgeber verlangt, der für diese Eigentumsumschreibung eine Kreditsicherheit verlangt. Somit werden Ihnen dann mehrere Möglichkeiten, um die Immobilienfinanzierung zu sichern. Dazu gehören meistens Hypotheken, Grundschulden oder Sicherungsgrundschulden auf dem zu kaufenden Grundstück. Das Problem besteht aber darin, dass Grundstück noch immer im Eigentum des Verkäufers steht. Dieser kann dann als einziger Belastungen von Grundpfandrechten vornehmen. Der Kaufpreis steht schon beim Notar festgelegt und es scheint so, als ob man keine Lösung mehr hätte. Deshalb wurde mir gerade diese Belastungsvollmacht angeboten. Diese Konstruktion wurde gerade deshalb erfunden, um sowohl das Interesse des Käufers, als auch das Interesse des Verkäufers zu schützen.

Der ganze Prozess der Bevollmächtigung verläuft in der Regel ziemlich einfach. Der Verkäufer erteilt dem Notar die Vollmacht, bestimmte Rechtssachen vor der Eigentumsumschreibung durchzuführen. Dazu gehört in erster Linie, dass er in der notariellen Urkunde des beurkundenden Notars den Käufer mit mehreren Grundpfandrechten bewilligt, und zwar zur Höhe des Kaufpreises. Die Grundpfandrechte erhalten dann den Rang vor der Auflassungsvormerkung. Der Käufer kann dann seine Auszahlungsansprüche gegen den Grundpfandrechtsgläubiger an den Verkäufer abtreten und somit den Grundpfandrechtsgläubigen unwiderruflich dazu bewilligen, den vereinbarten Betrag auf ein Notaranderkonto zu überweisen. Somit wurde mir die Möglichkeit gegeben, meine Immobilie einfacher zu kaufen und mir somit die Mühe zu ersparen.

Die Risiken der Belastungsvollmacht

Natürlich hatte ich am Anfang bestimmte Zweifel, doch den Grund zum Zweifeln hatte der Verkäufer noch mehr. Für ihn trägt solch eine Bevollmächtigung ein großes Risiko mit sich. Eine solche Belastung des Grundstücks ist aus mehreren Gründen für den Verkäufer risikoreich. In erster Linie haftet das Grundstück, das ihm formal noch gehört, für alle Grundpfandrechte zugunsten des Käufers, womit sich dann eine Zwangsvollstreckung des Grundpfandgläubigers und zwar gegen das Vermögen des Verkäufers richten kann. Da man somit nicht keine großen Vorteile als Verkäufer haben kann, gibt es dafür bestimmte Regelungen. Damit das vollkommen ausgeschlossen wird, überweist der Kreditgeber des Käufers den Kreditbetrag erstens auf das Notaranderkonto, und erst danach wird der Antrag auf Eintragung des Grundpfandrechts ins Grundbuch gestellt. Durch die Abtretung der Auszahlungsansprüche ist der Käufer zur Auszahlung auf das Notaranderkonto verpflichtet. Erst nachdem diese Auszahlung erfolgt, kann der Notar die Eigentumsumschreibung vollziehen und somit die Grundpfandrechte eintragen. Das führt zu mehreren Vorteilen, die dann sowohl den Verkäufer, als auch den Käufer betreffen. Somit habe ich mir meine Immobilie kaufen können, ohne damit irgendwen zu belasten.

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